Diabeteszentrum Hannover Süd MVZ

Zentrum für Diabetologie & Innere Medizin

Dr. Mehregan Araschmid - Dr. Inga Kläne-Menke - Dr. Silke Wolber - Dr. Jochen Meisner

FAHRTAUGLICHKEIT BEI DIABETES

Bislang gab es in Deutschland keine anerkannten medizinisch-wissenschaftlichen Grundsätze zur Bewertung der Fahreignung bei Diabetes. Daher hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eine Leitlinie formuliert:
Die meisten Diabetiker können Fahrzeuge der Gruppen 1 und 2 sicher führen, sowohl den Privat-PKW als auch beruflich einen Bus, Lastwagen oder Taxi.
Ein Fahrverbot sollten Ärzte dann aussprechen, wenn 2 oder mehr schwere Unterzuckerungen im Wachzustand pro Jahr auftreten.
Im Gegensatz zur Hypoglykämie haben hyperglykämische Blutglukosewerte nach der aktuellen Studienlage keinen nachweisbaren bedeutsamen Einfluss auf die Fahrsicherheit.
Eine vorübergehende Fahruntauglichkeit liegt in der Einstellungsphase auf Insulin vor – besonders, wenn es zu Beeinträchtigungen des Sehens kommt oder der Blutzucker stark schwankt.

MIT DIABETES IN DEN URLAUB

Damit der Urlaub zur schönsten Zeit des Jahres wird, will er gut geplant sein. Für den Urlaub mit Diabetes gilt dies ganz besonders, denn eine gute Vorbereitung kann so manche unliebsame Überraschung ersparen.

Diabetesbedarf, vor allem Blutzuckerteststreifen und Insulin, sollten in der doppelten Menge eingepackt werden – im Vergleich zu den Mengen, die man zu Hause braucht.

Insulin muss bei mindestens 2°C und darf höchstens bei 30°C gelagert werden. Wer in Länder mit hohen Temperaturen reist, sollte entsprechend vorsorgen. Zur Aufbewahrung des Insulins und Diabetesbedarfs gibt es spezielle Boxen und Taschen, die im Diabetes-Fachhandel und in Apotheken erhältlich sind.

Im Urlaub verhält man sich meist anders als zu Hause. Manche Menschen sind aktiver, dann benötigen sie weniger Insulin. Andere ruhen sich mehr aus als zu Hause, dann steigt ihr Insulinbedarf. Um Entgleisungen sowohl nach unten als auch nach oben zu vermeiden, sollte der Blutzucker zwischendurch öfter kontrolliert werden.

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen, insbesondere für Grippe, Pneumonie und Tuberkulose. Sie sollten sich daher unbedingt bei ihrem Arzt informieren, welche Impfungen für ihr Reiseland empfohlen werden.

Welche Medikamente darüber hinaus in den Urlaubskoffer gehören, hängt auch vom Reiseland ab. In Gegenden mit schlechter medizinischer Infrastruktur könne es z.B. ratsam sein, ein Wunddesinfektionsmittel zur Behandlung von Fußwunden und Blasen sowie ein Antibiotikum für den Fall einer Infektion mitzunehmen.

Ärger an Zoll- und Grenzkontrollen erspart man sich mit einer ärztlichen Bescheinigung über die Notwendigkeit, dass Insulin und Diabetesbedarf mitführt werden müssen. Eine solche Bescheinigung bekommen Sie von Ihrem Arzt. Auch ein mehrsprachiger Diabetikerausweis kann hilfreich sein.

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Urlaub.

IM RAMADAN FASTEN – AUCH MIT DIABETES MÖGLICH

Im Fastenmonat Ramadan (beginnt dieses Jahr am 16.5.) verpflichtet der Koran gesunde Erwachsene, die zudem sesshaft sind, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu fasten. Muslime mit Diabetes mellitus müssen zwar nicht fasten, viele Gläubige möchten den Ramadan jedoch trotz chronischer Krankheit einhalten.

Diabetes-Patienten sollten jedoch nur unter ärztlicher Begleitung fasten, denn der verschobene Essrhythmus kann sich auf den Blutzuckerspiegel auswirken. In Absprache mit dem Arzt muss während des Ramadans auch die Medikation an den neuen Essrhythmus angepasst werden, denn häufig essen fastende Muslime nach Sonnenuntergang üppiger als zur restlichen Zeit des Jahres.
Wer trotz Diabetes fasten möchte, sollte zur Vermeidung von Stoffwechselentgleisungen die Diabetesbehandlung in Absprache mit dem Arzt umstellen und u. a. beachten, dass sich während des Ramadan der Tag-Nacht-Rhythmus umkehrt. Anstelle von drei Hauptmahlzeiten gibt es im Ramadan meist nur zwei. Bei Unterzuckerungen muss das Fasten sofort unterbrochen werden und der Blutglukose-
spiegel mit Traubenzucker, Cola oder Fruchtsaft wieder erhöht werden. Außerdem sollten Diabetiker während des Ramadan den Blutzucker öfter als üblich messen. Als Faustregel gilt: „Ist der Blutzuckerwert niedriger als 3,3 mmol/L oder höher als 16 mmol/L, muss das Fasten sofort beendet werden“.

Vorsicht ist vor allem in den Morgenstunden geboten, denn Insulin und andere blutzucker-senkende Medikamente können bei gleicher Dosierung gefährliche Unterzucker-
ungen verursachen. Wichtig für Fastende mit Diabetes ist außerdem z. B., abends beim täglichen Fastenbrechen ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sonst droht der Körper auszutrocknen.

Fragen Sie nach weiteren ausführlichen Informationen oder nach einer persönlichen Beratung durch unsere Diabetes-Ärzte oder Diabetesberaterinnen.

CHECKLISTE FUSSPFLEGE BEI DIABETIKERN

  • Tägliche Fußuntersuchung mit einem Spiegel, dabei auf Druckstellen, Verletzungen, Fremdkörper, Blasen oder Risse achten.
  • Füße nicht zu heiß und nicht länger als 3 Minuten baden.
  • Sorgfältiges Abtrocknen der Füße ist zu beachten. Zwischenräume nicht vergessen.
  • Bei eigenener Fußpflege…. Achtung Verletzungsgefahr!
  • Zähennägel bündig mit Zehenkuppe pfeilen, Ecken leicht abrunden.
  • Füße täglich mit ausreichend fett- und feuchtigkeitsreichen Cremes oder Lotions eincremen.
  • Weiche Lederschuhe vermeiden schmerzhafte Druckstellen.
  • Schuhe, EInlagen und Strümpfe auf Sekretabsonderungen überprüfen.
  • Schuhe auslüften lassen.
  • Strümpfe und Schuhe regelmäßig vom Podologen oder Arzt kontrollieren lassen.
  • Baumwollstrümpfe täglich wechseln.
  • Niemals und nirgends barfuß laufen, Entzündungen und Blasen sofort dem Hausarzt oder Diabetologen melden.

Wir bieten Ihnen Orientierung in Gesundheitsfragen

DZHS  |  DIABETESZENTRUM HANNOVER SÜD MVZ
HANGSTRASSE 9  |  30457 HANNOVER  |  TEL: 0511 / 43 40 909  |  FAX: 0511 / 43 40 999

IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ